Mädchen, die in der alltäglichen Sprache geschlechterdifferenzierte Berufsbezeichnungen wie „Ärztinnen und Ärzte“ hören, trauen sich den Beruf eher zu als jene, die nur das generische Maskulin nutzen. Studienergebnisse wie dieses sind mittlerweile überall bekannt. Die Identifikation mit einem Job geht aber weit über die Nutzung von Gender-Sternchen und Co. hinaus. Denn auch einzelne Adjektive, die einen Job und dessen Anforderungen beschreiben können darüber entscheiden, welche Geschlechter sich mit dem Angebot identifizieren können. Heute dreht sich also alles um “Gendergaga” und warum der Umgang damit doch gar nicht so gaga ist.
Gender Bias, also die unbeabsichtigte Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, tritt auf, wenn bestimmte Formulierungen oder Begriffe in Stellenanzeigen unbewusst mehr Männer oder Frauen ansprechen. Das kann zur Folge haben, dass sich Personen eines bestimmten Geschlechts weniger angesprochen fühlen und sich gar nicht erst bewerben. Ein Beispiel sind Begriffe wie „wettbewerbsorientiert“ oder „dominant“, die häufiger von Männern als positiv wahrgenommen werden, während Wörter wie „kooperativ“ oder „unterstützend“ eher Frauen ansprechen. Hier mal einige Beispiele:
Diese Erkenntnis zeigt, wie wichtig die Sprache ist, wenn es um die Identifikation mit einem Job geht und was ihr als HR Professionals für eine Rolle in der Thematik spielt. Es lohnt sich daher, den sogenannten „Gender Bias“ in (euren) Stellenanzeigen zu erkennen und zu vermeiden, um eine größere Vielfalt in eurer Belegschaft zu fördern.
Auch in unser diesjährigen Karriere-Umfrage haben sich geschlechterspezifische Unterschiede bestätigt und zeigen deutlich, warum es in der HR-Welt noch Handlungsbedarf gibt. Denn 36% unserer Teilnehmerinnen empfinden sich als unqualifiziert für die Stelle ihrer Wahl, während dies bei Männern nur 26% betrifft. Vielleicht weil Männer tatsächlich qualifizierter sind? Wahrscheinlich eher nicht..
Zudem würden sich 70% der Männer auf eine Stelle bewerben, für die eine “zu hohe” Qualifikation erwartet wird, während es bei ihren Studienkolleginnen lediglich 54% sind. Diese Unterschiede im Selbstbewusstsein bei der Jobsuche verdeutlichen, warum eine geschlechterneutrale Sprache in Stellenanzeigen SO wichtig ist und ihr jetzt umso aufmerksamer lesen solltet.
Um Stellenanzeigen geschlechtsneutral zu gestalten, solltet ihr einige wichtige Aspekte im Hinterkopf behalten:
Verwendet neutrale Begriffe wie „Fachkraft“ oder „Teammitglied“, anstatt „Mitarbeiter“ oder „Sekretärin“. Wenn eine neutrale Formulierung nicht möglich ist, sollte die Stellenanzeige beide Geschlechter explizit nennen (z.B. „Ingenieur/in“).
Macht in Eurer Anzeige deutlich, dass ihr Vielfalt schätzt. Ein Hinweis wie „Wir freuen uns über Bewerbungen von Menschen aller Geschlechter“ signalisiert Offenheit und kann Barrieren abbauen.
Verzichtet auf Adjektive, die mit traditionellen Geschlechterrollen assoziiert werden. Hier ein paar Beispiele:
Nicht alles muss man selbst wissen. Dafür gibt es Experten, die euch auf die Sprünge helfen, wo ihr vielleicht gar keinen Gender-Code erkennt. Nutzt also Tools wie den „Genderbias Decoder“ von Stepstone, um gender-codierte Wörter in Euren Texten zu identifizieren und durch neutralere Begriffe zu ersetzen.
Geschlechterneutrale Stellenanzeigen sind ein entscheidender Schritt, um eine vielfältige und inklusive Unternehmenskultur zu fördern. Wenn ihr darauf achtet, tragt ihr automatisch dazu bei, dass sich Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht von euch angesprochen fühlen. Dies erhöht die Chancen, die besten Talente für Euer Unternehmen zu gewinnen und stärkt gleichzeitig eure Employer Brand als moderner und inklusiver Arbeitgeber.
Indem ihr auf Gender Bias in Stellenanzeigen verzichtet, schafft ihr die Grundlage für eine vielfältigere Belegschaft, die langfristig den Erfolg und die Innovationskraft Eures Unternehmens stärkt.
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